Wie Sie Sauerkraut fermentieren: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Fermentiertes Sauerkraut herzustellen ist eine wunderbare Möglichkeit, Weißkohl haltbar zu machen und dabei ein traditionsreiches Lebensmittel zu genießen. Der natürliche Fermentationsprozess dauert etwa drei Wochen, beginnend mit fünf bis sieben Tagen bei Raumtemperatur, gefolgt von ein bis zwei Wochen im Kühlschrank.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sauerkraut wird durch natürliche Milchsäuregärung haltbar gemacht, ganz ohne Erhitzen.
  • Für ein Kilogramm Weißkohl sind 20 Gramm Salz optimal, um den Prozess zu starten.
  • Nach insgesamt drei Wochen ist das selbstgemachte Sauerkraut fertig und hält sich ungeöffnet im Kühlschrank mehrere Monate.

Wichtige Zahlen:

Wichtige Zahlen Wert
Salzmenge pro kg Kohl 20 Gramm
Fermentationsdauer bei Raumtemperatur 5-7 Tage
Nachgärung im Kühlschrank 1-2 Wochen
Gesamtdauer bis zum fertigen Sauerkraut 3 Wochen
Haltbarkeit (ungeöffnet im Kühlschrank) Mehrere Monate
Kalorien (pro 580ml Glas) 29 kcal
Kohlenhydrate (pro 580ml Glas) 4,11 g
Eine deutsche Frau in traditioneller Schürze bereitet Sauerkraut in einem Keramiktopf mit frischem Weißkohl und Salz für die Fermentation vor.
Eine deutsche Frau in traditioneller Schürze bereitet Sauerkraut in einem Keramiktopf mit frischem Weißkohl und Salz für die Fermentation vor.

Was ist fermentiertes Sauerkraut und warum ist es traditionell?

Infografik mit wichtigen Fakten zur Sauerkraut-Herstellung, Fermentation, Lagerung und Nährwerten.
Infografik mit wichtigen Fakten zur Sauerkraut-Herstellung, Fermentation, Lagerung und Nährwerten.

Fermentiertes Sauerkraut ist eines der ältesten und traditionsreichsten Lebensmittel in der mitteleuropäischen Küche. Seit Jahrhunderten wird es durch einen natürlichen Fermentationsprozess haltbar gemacht, was ihm sein unverwechselbares Aroma verleiht. Diese Methode erlaubt es uns, die Ernte des Herbstes ohne große Hilfsmittel für den Winter zu konservieren, was auch heute noch in vielen Haushalten geschätzt wird.

Die Herstellung erfolgt dabei durch natürliche Milchsäuregärung von Weißkohl, völlig ohne Erhitzen oder den Zusatz künstlicher Konservierungsstoffe. Es ist ein Prozess, der von Natur aus auf dem Gemüse stattfindet und das Kraut haltbar macht und mit wertvollen Mikroorganismen anreichert.

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Definition und historische Bedeutung

Sauerkraut ist im Grunde genommen fermentierter Weißkohl. Seine Bedeutung reicht weit zurück, denn es bot eine zuverlässige Möglichkeit, Gemüse über lange Zeiträume lagerfähig zu machen, besonders in Regionen, wo frische Lebensmittel im Winter knapp waren. Die Methode ist so einfach wie genial: Kohl und Salz, sonst nichts, und die Natur macht den Rest.

Der natürliche Fermentationsprozess

Sauerkrautherstellung basiert auf Milchsäurefermentation. Dabei wandeln von Natur aus auf dem Gemüse sitzende Bakterien Zucker und Stärke in Milchsäure um. Dieser Vorgang senkt den pH-Wert des Krauts drastisch, wodurch es konserviert und vor schädlichen Keimen geschützt wird. Es ist ein kontrollierter Verderb, der zu einem sicheren und nahrhaften Lebensmittel führt. Es kann auch mit anderen Gemüsesorten experimentiert werden, ganz ähnlich dem Prozess beim Gemüse fermentieren ohne Spezial-Equipment oder dem Kimchi selber machen, um die Vielfalt zu erweitern.

Wie fermentiert man Sauerkraut selbst? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Selbst Sauerkraut zu fermentieren ist einfacher, als viele denken, und eine großartige Möglichkeit, frisches Gemüse auch ohne viel Platz auf Vorrat zu haben. Es erfordert nur wenige Zutaten und etwas Geduld.

Welche Zutaten benötige ich für selbstgemachtes Sauerkraut?

Für die Herstellung von Sauerkraut benötigen Sie lediglich Weißkohl und Salz ohne Zusatzstoffe. Optional können Sie für den Geschmack Gewürze wie Kümmel, Nelken oder Wacholderbeeren hinzufügen. Das BfR empfiehlt für die Sauerkrautherstellung eine präzise Salzzugabe: pro Kilogramm Kohl werden 20 Gramm Salz benötigt, was zwei Gramm Salz pro 100 Gramm Kohl entspricht. Die Zutatenliste ist kurz: idealerweise nur Kohl und Salz.

Welche Ausrüstung ist für die Fermentation zu Hause notwendig?

Sie benötigen ein steril ausgekochtes und luftdicht verschließbares Glas. Weck- oder Le Parfait-Gläser, aber auch einfache Schraubgläser funktionieren gut, solange sie wirklich sauber sind. Hygiene ist entscheidend, um unerwünschte Bakterien fernzuhalten und die gewünschte Milchsäuregärung zu fördern. Ein scharfes Messer oder eine Reibe zum Schneiden des Kohls und eine große Schüssel sind ebenfalls hilfreich.

Schritt 1: Weißkohl vorbereiten und salzen

Waschen Sie den Weißkohl und entfernen Sie die äußeren Blätter. Vierteln Sie den Kohl und schneiden Sie den Strunk heraus. Nun den Kohl fein hobeln oder in sehr dünne Streifen schneiden. Geben Sie den geschnittenen Weißkohl zusammen mit dem abgemessenen Salz und den optionalen Gewürzen in eine große Schüssel. Rühren oder kneten Sie den Kohl kräftig durch, bis sich langsam Saft absetzt. Dies kann einige Minuten dauern. Dabei werden die Zellstrukturen aufgebrochen und die Flüssigkeitsabgabe gefördert.

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Schritt 2: Kohl ins Glas füllen und pressen

Füllen Sie den Kohl und den gesamten Kohl-Saft in Ihr sterilisiertes Glas. Drücken Sie den Kohl fest zusammen, idealerweise mit einem Stampfer oder der Faust, sodass er vollständig von der Flüssigkeit bedeckt ist. Der Kohl muss unter der Lake bleiben, da er sonst Schimmel bilden könnte. Falls nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist, können Sie eine Salzlake (20g Salz auf 1 Liter Wasser) hinzufügen, um den Kohl vollständig zu bedecken. Verschließen Sie das Glas anschließend luftdicht.

Schritt 3: Die Fermentationsdauer und Lagerung

Stellen Sie das verschlossene Glas für die anfängliche Gärung für fünf bis sieben Tage bei Raumtemperatur (ideal sind 18, 22 °C) an einen dunklen Ort. Während dieser Zeit wird die aktive Fermentation stattfinden, und Sie können eventuell Bläschenbildung beobachten. Danach wird das Glas für ein bis zwei Wochen in den Kühlschrank gestellt. Das kühlt den Prozess ab und lässt die Aromen sich weiter entwickeln.

Nach insgesamt drei Wochen ist Ihr selbstgemachtes Sauerkraut fertig und kann genossen werden. Ungeöffnet ist es im Kühlschrank mehrere Monate haltbar. Beim Fermentieren im Schraubglas Den Druck durch entstehende Gase regelmäßig ablassen, damit das Glas nicht platzt. Ich empfehle, einmal täglich kurz zu lüften.

Ein Glas mit selbstgemachtem, lebendigem Sauerkraut, das reich an probiotischen Kulturen ist und als gesunder Nahrungsbestandteil dient.
Ein Glas mit selbstgemachtem, lebendigem Sauerkraut, das reich an probiotischen Kulturen ist und als gesunder Nahrungsbestandteil dient.

Warum fermentierte Lebensmittel gut für die Gesundheit sind

Fermentierte Lebensmittel sind eine Bereicherung für den Speiseplan, wenn sie regelmäßig und im Rahmen einer insgesamt bewussten Ernährung genossen werden. Die positiven Effekte sind heute wissenschaftlich belegt.

Die Rolle der Mikroorganismen bei der Verdauung

Mikroorganismen haben die Nahrung während der Fermentation bereits „vorverdaut“, was die Verdaulichkeit von Proteinen und die Aufnahme wichtiger Mineralien wie Eisen, Zink und Kalium verbessert. Dies hilft dem Körper, Nährstoffe effizienter zu nutzen. Dies ist besonders für Menschen mit empfindlicher Verdauung oder zur Nährstoffaufnahmeoptimierung von Vorteil.

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Welche Nährstoffe werden durch die Fermentation gebildet oder besser verfügbar?

Während der Fermentation produzieren einige Bakterien und Pilze wertvolle „Abfallprodukte“ wie Enzyme oder Vitamine. Dies führt dazu, dass Fermente wie Sauerkraut ein höheres Vorkommen an B-Vitaminen, Vitamin A, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Phosphor oder Folsäure enthalten können als das Ausgangs-Lebensmittel.

Fermentierte Lebensmittel können zudem die Vielfalt der Bakterien im Darm (intestinales Mikrobiom) erhöhen, einen Einfluss auf die Aktivität von Immunzellen haben und Entzündungsmediatoren im Blut senken.

Ein 580ml Weckglas Sauerkraut enthält durchschnittlich 29 kcal, 0,19 g Fett (davon 0,03 g gesättigte Fettsäuren), 4,11 g Kohlenhydrate (davon 4,08 g Zucker), 1,35 g Eiweiß und 1,69 g Salz. Es ist ein nährstoffreicher und kalorienarmer Bestandteil einer Mahlzeit.

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zur Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

Häufige Fragen zur Sauerkraut-Fermentation

Wie erkenne ich gutes fermentiertes Sauerkraut beim Kauf?

Beim Kauf von fermentiertem Sauerkraut ist es wichtig, auf einige Merkmale zu achten. Das Kraut sollte stets vollständig von Lake bedeckt sein. Die Zutatenliste sollte kurz und klar sein, idealerweise nur Kohl und Salz, eventuell mit weiteren Gemüsesorten. Achten Sie darauf, dass die Fermentation natürlich und ohne übermäßige industrielle Verarbeitung erfolgt ist, da dies die Qualität und die enthaltenen Mikroorganismen beeinflusst. Künstliche Zusatzstoffe sind ein klares Ausschlusskriterium.

Wie lange ist selbstgemachtes Sauerkraut haltbar?

Nachdem Ihr Sauerkraut insgesamt drei Wochen fermentiert hat, ist es verzehrfertig. Ungeöffnet und im Kühlschrank gelagert, ist es mehrere Monate haltbar. Sobald Sie das Glas öffnen, sollten Sie es weiterhin im Kühlschrank aufbewahren und zügig verbrauchen.

Welche Fehler sollte man bei der Fermentation vermeiden?

Der häufigste Fehler bei der Fermentation ist mangelnde Hygiene. Achten Sie darauf, dass alle verwendeten Gefäße und Utensilien steril sind, um die Ansiedlung unerwünschter Keime zu verhindern. Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass der Kohl während der gesamten Fermentationszeit vollständig von der Lake bedeckt sein muss. Dies verhindert Schimmelbildung. Wenn der Kohl an der Luft liegt, ist die Gefahr von Verderbnis groß.

Und ganz wichtig: Verlassen Sie sich nicht allein auf den Geruch, um die Qualität zu beurteilen. Der Geruch allein reicht nicht aus, um die Sicherheit eines Lebensmittels zu beurteilen, da einige schädliche Bakterien keine Geruchsveränderungen verursachen.

Alle Zeitangaben gelten bei max. 4 °C und sauberer Handhabung. Im Zweifelsfall gilt: Wenn Sie zögern, wegwerfen.

Merkliste am Artikelende:

  1. Öffnungsdatum immer aufkleben.
  2. Beim Aufwärmen Kerntemperatur messen (mind. 70 °C).
  3. Geruch allein ist kein verlässliches Sicherheitskriterium.
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