Sauerkraut richtig einzukochen, ist eine bewährte Methode, um es über längere Zeit haltbar zu machen, doch dabei gilt es, die Sicherheit stets im Blick zu behalten. Der Prozess erfordert präzise Temperaturen und Zeiten, da Botulismus-Sporen, die in herkömmlichen Haushaltstemperaturen nicht abgetötet werden, eine Gesundheitsgefahr darstellen können. Daher sind die anerkannten Richtlinien für das Einkochen genau zu befolgen, um eine sichere Konserve zu gewährleisten.
Wichtige Zahlen:
| Wichtige Zahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Jährliche Botulismus-Fälle in Deutschland (2001-2017) | 0-24 | RKI |
| Inaktivierung von Botulinum-Neurotoxinen | 100 °C | BfR |
| Inaktivierung von Clostridium botulinum-Sporen | über 100 °C | BfR |
| Notwendiger pH-Wert zur Toxin-Hemmung | unter 4,6 | sevencooks.com |
| Haltbarkeit von kochendheiß eingefülltem Sauerkraut | bis zu 2 Jahre | chefkoch.de |
Warum ist das richtige Einkochen von Sauerkraut so wichtig?
Das korrekte Einkochen von Sauerkraut ist wichtig, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und gesundheitliche Risiken zu minimieren. Insbesondere geht es darum, das Wachstum des Bakteriums Clostridium botulinum zu verhindern, das eine seltene, aber potenziell tödliche Lebensmittelvergiftung auslösen kann. Die Säuerung des Krauts spielt hierbei eine zentrale Rolle, doch ist sie allein nicht immer ausreichend, um alle Gefahren zu bannen, insbesondere bei unzureichenden Temperaturen.
Was ist Botulismus und wie entsteht er?
Botulismus ist eine seltene, aber ernsthafte bakterielle Vergiftung, die durch das Bakterium Clostridium botulinum hervorgerufen wird. Dieses Bakterium ist in der Umwelt weit verbreitet, gelangt über Staub- und Erdpartikel auf Lebensmittel und zeichnet sich dadurch aus, dass es hitzeresistente Sporen bildet. Problematisch wird es, wenn Clostridium botulinum in einer sauerstofffreien Umgebung wächst, wie sie in luftdicht verschlossenen Gläsern vorliegt. Unter diesen Bedingungen kann es Botulinum-Neurotoxine produzieren, die das Nervensystem angreifen.
Diese Neurotoxine sind hochgefährlich, können jedoch durch Hitze inaktiviert werden. Eine Temperatur von 100 °C genügt, um die Toxine zu zerstören, während bei 80 °C eine längere Erhitzungszeit erforderlich ist, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt. Die Sporen selbst sind jedoch deutlich widerstandsfähiger und überleben Temperaturen von über 100 °C.
Wie hoch ist das Botulismus-Risiko bei selbstgemachten Konserven?
Das Botulismus-Risiko bei selbstgemachten Konserven, insbesondere bei Gemüse, ist ein wichtiges Thema für die häusliche Lebensmittelaufbewahrung. Das BfR weist darauf hin, dass die meisten in Deutschland gemeldeten Botulismus-Fälle auf unsachgemäß selbst eingekochte Konserven zurückzuführen sind. Dies liegt daran, dass Clostridium botulinum-Sporen selbst bei kochendem Wasser, also 100 °C, überleben können, eine Temperatur, die beim herkömmlichen Einkochen im Privathaushalt nicht überschritten werden kann.
Zwischen 2001 und 2017 wurden laut Robert Koch Institut (RKI) jährlich zwischen 0 und 24 Botulismus-Vergiftungen in Deutschland gemeldet, Dies macht sichere Einkochpraktiken notwendig. Das Risiko entsteht, wenn überlebende Sporen in einer sauerstofffreien Umgebung auskeimen und Toxine bilden können. Daher müssen entweder Temperaturen über 100 °C erreicht oder andere Schutzmechanismen genutzt werden, um die Toxinbildung zu verhindern.
Welche Rolle spielt die Säure bei der Sicherheit von Sauerkraut?
Die Säure ist wichtig für die Sicherheit von Sauerkraut und anderen milchsauer eingelegten Lebensmitteln. Milchsauer vergorenes Gemüse birgt von Natur aus ein sehr geringes Botulismus-Risiko, da die entstehende Milchsäure eine effektive Barriere gegen pathogene Keime bildet. Selbst wenn Clostridium botulinum-Sporen die Fermentation überleben, sind sie bei einem pH-Wert unter 4,6 nicht in der Lage, die gefährlichen Botulinum-Toxine zu bilden.
Für die Hemmung der Toxinbildung sollte der pH-Wert unter 4,6 liegen. Dies ist ein wichtiger Mechanismus, der hilft, das Lebensmittel sicher zu machen, selbst wenn nicht alle Sporen durch Hitze abgetötet werden können. Das Einkochen ergänzt diesen Schutz, indem es unerwünschte Hefen und Bakterien, die den Geschmack oder die Konsistenz beeinträchtigen könnten, abtötet und somit die Haltbarkeit zusätzlich verlängert.

Wie kann man Sauerkraut sicher einkochen?
Das sichere Einkochen von Sauerkraut erfordert ein genaues Verständnis der benötigten Temperaturen und Zeiten sowie der verschiedenen Methoden. Da Clostridium botulinum-Sporen Temperaturen über 100 °C benötigen, um abgetötet zu werden, müssen Haushalte mit herkömmlichen Geräten besondere Vorkehrungen treffen oder auf spezielle Ausrüstung zurückgreifen. Die richtige Methode ist wichtig für die Haltbarkeit und die Sicherheit Ihres eingekochten Krauts.
Welche Temperaturen und Zeiten sind entscheidend für die Haltbarkeit?
Für die Inaktivierung von Botulinum-Neurotoxinen ist ein Aufkochen auf 100 °C ausreichend. Die Sporen von Clostridium botulinum können jedoch Temperaturen von 100 °C überleben. Das BfR empfiehlt daher bei säurearmen Lebensmitteln wie den meisten Gemüsesorten das Einkochen unter Druck bei 121 °C, um diese widerstandsfähigen Sporen abzutöten. Da im haushaltsüblichen Wasserbad oder Einkochautomaten 100 °C nicht überschritten werden können, wird eine alternative Methode für weniger saure Lebensmittel benötigt.
Ist ein Druckeinkochen nicht praktikabel, sollten säurearme Lebensmittel zweimal im Abstand von ein bis zwei Tagen auf 100 °C erhitzt werden. Zwischen den beiden Erhitzungsvorgängen muss das Einweckgut bei Raumtemperatur gelagert werden, damit eventuell überlebende Sporen auskeimen können. Erst diese gekeimten Zellen können dann beim zweiten Erhitzen abgetötet werden. Für Sauerkraut, das durch Milchsäure bereits einen niedrigen pH-Wert aufweist, gelten etwas andere Empfehlungen, die sich an der Säuerung orientieren.
Anleitung für das Einkochen im Wasserbad oder Einkochautomaten
Beim Einkochen von Sauerkraut im Wasserbad oder Einkochautomaten, insbesondere wenn es bereits milchsauer fermentiert wurde, ist eine Temperatur von 100 °C für etwa 120 Minuten empfehlenswert. Eine alternative, kürzere Methode besteht darin, das Sauerkraut in Gläser zu füllen und diese in einem Topf mit Wasser bei 90 °C für 30 Minuten zu erhitzen. Diese Temperaturen sind ausreichend, um die meisten verderbniserregenden Mikroorganismen und Kahmhefen abzutöten, die das Sauerkraut ohne weitere Konservierung verderben könnten.
Sorgen Sie für sorgfältige Hygiene: Hände, Oberflächen und Küchenutensilien gründlich reinigen. Verschließen Sie Wunden und legen Sie Schmuck ab, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Füllen Sie das Sauerkraut fest in die Gläser, um möglichst wenig Luft einzuschließen, und stellen Sie sicher, dass es komplett mit Lake bedeckt ist. Dies minimiert das Risiko von Keimwachstum und Oxidationsprozessen.
Alternative Methoden: Einkochen im Schnellkochtopf
Der Schnellkochtopf bietet eine effektive Alternative für das Einkochen von Sauerkraut, da er höhere Temperaturen als ein normales Wasserbad erreicht. Im Schnellkochtopf können Temperaturen von 116 bis 119 °C erzielt werden. Dies ermöglicht es, die Einkochzeit erheblich zu reduzieren. Während das Einkochen im Kochtopf bei 100 °C für Sauerkraut etwa zwei Stunden dauert, verkürzt sich die Zeit im Schnellkochtopf auf ungefähr 25 Minuten.
Diese Methode ist besonders vorteilhaft, wenn eine sicherere Abtötung von Sporen angestrebt wird, da die Temperaturen näher an den vom BfR empfohlenen 121 °C für säurearme Lebensmittel liegen.
Häufige Fehler beim Einkochen von Sauerkraut und wie Sie diese vermeiden
Beim Einkochen von Sauerkraut können sich leicht Fehler einschleichen, die die Sicherheit und Haltbarkeit des Endprodukts beeinträchtigen. Viele dieser Fehler sind vermeidbar, wenn man die zugrundeliegenden Mechanismen versteht und präventive Maßnahmen ergreift. Im Folgenden beleuchten wir die gängigsten Fehltritte und deren praktische Lösungen.
Unzureichende Hitzebehandlung für die Sporeninaktivierung
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass das bloße Erhitzen auf 100 °C ausreicht, um alle gefährlichen Mikroorganismen, einschließlich Clostridium botulinum-Sporen, abzutöten. Viele Menschen kochen ihre Gläser im Wasserbad bei Siedetemperatur ein, was zwar Toxine inaktiviert, aber nicht die hitzeresistenten Sporen. Dies birgt das Risiko, dass Sporen überleben und bei günstigen Bedingungen im luftdicht verschlossenen Glas auskeimen.
Korrektur: Für eine maximale Sicherheit, insbesondere bei Lebensmitteln mit höherem pH-Wert als Sauerkraut, empfiehlt das BfR das Druckeinkochen bei 121 °C. Bei Sauerkraut, das bereits fermentiert und somit sauer ist (pH unter 4,6), ist das Risiko der Toxinbildung geringer. Doch das BfR rät, den Inhalt sicherheitshalber vor dem Verzehr nochmals auf 100 °C zu erhitzen, um eventuelle Toxine zu inaktivieren. Die empfohlenen Einkochzeiten bei 100 °C von 120 Minuten im Einkochautomaten oder die zweimalige Erhitzung bei säurearmen Lebensmitteln sind einzuhalten.
Vernachlässigung des pH-Werts nach der Fermentation
Manche gehen davon aus, dass jedes selbstgemachte Sauerkraut automatisch sicher ist, sobald es fermentiert wurde. Wenn der pH-Wert des Sauerkrauts jedoch nicht ausreichend niedrig ist (unter 4,6), können die Sporen von Clostridium botulinum weiterhin Toxine bilden, selbst wenn sie die Fermentation überlebt haben. Dies führt zu einer falschen Sicherheitseinschätzung und einem potenziellen Gesundheitsrisiko.
Korrektur: Messen Sie den pH-Wert Ihres fermentierten Sauerkrauts vor dem Einkochen mit Teststreifen oder einem pH-Meter. Für eine sichere Milchsäuregärung sollte der pH-Wert unter 4 liegen. Ist dies nicht der Fall, verlängern Sie die Fermentationszeit oder fügen Sie bei Bedarf zusätzliche Starterkulturen hinzu, um den Säuerungsprozess zu unterstützen. Die Säure schützt vor Toxinbildung.
Unzureichende Füllung der Gläser oder zu viel Lufteinschluss
Wird das Sauerkraut nicht fest genug in die Gläser gefüllt oder ist es nicht vollständig mit Lake bedeckt, bleibt zu viel Luft im Glas. Dieser Lufteinschluss kann zu unerwünschter Oxidation führen, die den Geschmack, die Farbe und die Textur des Sauerkrauts beeinträchtigt. Schlimmer noch, eine nicht vollständig luftfreie Umgebung kann das Wachstum von unerwünschten Mikroorganismen wie Kahmhefen fördern, die das Produkt verderben.
Korrektur: Füllen Sie die Gläser fest und drücken Sie das Sauerkraut gut an, um Lufteinschlüsse zu minimieren. Stellen Sie sicher, dass das Kraut vollständig mit der Fermentationslake bedeckt ist. Verwenden Sie gegebenenfalls ein Beschwerungsgewicht oder ein kleines Blatt, um das Kraut unter der Lake zu halten. Gläser sollten bis zum Rand gefüllt und sofort gut verschlossen werden, wenn das Sauerkraut kochendheiß eingefüllt wird, um die Haltbarkeit zu sichern.
Mangelnde Küchenhygiene während des gesamten Prozesses
Das Vernachlässigen grundlegender Hygieneregeln beim Einkochen ist ein grundlegender Fehler, der zu Kontaminationen führen kann. Wenn Hände, Arbeitsflächen, Gläser und Utensilien nicht gründlich gereinigt und sterilisiert werden, können unerwünschte Bakterien oder Keime ins Einmachgut gelangen. Diese können trotz Einkochens zu Verderb führen oder im schlimmsten Fall gesundheitsschädliche Toxine produzieren.
Korrektur: Beginnen Sie den Einkochprozess immer mit sorgfältig gewaschenen Händen. Reinigen und sterilisieren Sie alle Oberflächen und Küchenutensilien, die mit dem Sauerkraut in Berührung kommen. Das Tragen von sauberen Handschuhen kann zusätzliche Sicherheit bieten. Stellen Sie sicher, dass die Einmachgläser und Deckel vor Gebrauch sterilisiert werden, zum Beispiel durch Auskochen oder im Backofen. Sauberes Arbeiten ist die Basis für sichere Konserven.

Wie lagert man eingekochtes Sauerkraut richtig und worauf ist beim Verzehr zu achten?
Nachdem das Sauerkraut erfolgreich eingekocht wurde, ist die richtige Lagerung entscheidend, um seine Haltbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Auch beim späteren Verzehr sind einige Punkte zu beachten, um mögliche Risiken, die trotz sorgfältigen Einkochens bestehen könnten, auszuschließen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr selbst eingekochtes Sauerkraut bedenkenlos genossen werden kann.
Hinweise zur Lagerung und Haltbarkeit von eingekochtem Sauerkraut
Kochendheißes Sauerkraut, das bis zum Rand in heiße Gläser gefüllt und sofort gut verschlossen wurde, kann bis zu 2 Jahre lang aufbewahrt werden. Die ideale Lagerung erfolgt an einem kühlen, dunklen Ort, wie einem Keller oder einer Speisekammer, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen. Dies hilft, die Qualität des Sauerkrauts zu erhalten und die Bildung unerwünschter Mikroorganismen weiter zu unterdrücken.
Nach dem Öffnen sollte eingekochtes Sauerkraut wie frisches Sauerkraut behandelt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Beachten Sie, dass die Lagerdauer im Kühlschrank begrenzt ist, da das Produkt dann wieder Sauerstoff ausgesetzt ist und der Konservierungseffekt des luftdichten Verschlusses entfällt. Bei der Lagerung sollten die Gläser immer etikettiert werden, um das Einkochdatum und den Inhalt eindeutig zu kennzeichnen.
Anzeichen von Verderb erkennen: Was sind „Bombagen“?
Ein unverzichtbarer Schritt vor dem Verzehr von eingekochten Lebensmitteln ist die sorgfältige Prüfung auf Anzeichen von Verderb. Das auffälligste und gefährlichste Zeichen sind sogenannte „Bombagen“. Dabei handelt es sich um aufgetriebene Konserven, bei denen der Deckel durch Gasbildung nach außen gewölbt ist. Bombagen weisen auf die Aktivität von gasbildenden Clostridien hin, zu denen auch Clostridium botulinum gehören kann.
Das BfR rät dringend davon ab, solche aufgetriebenen Konserven zu öffnen. Stattdessen sollten sie ungeöffnet vernichtet werden. Der Geruch allein ist kein zuverlässiger Indikator für Verderb, da Botulinum-Toxine geruchs- und geschmacklos sein können. Daher ist eine visuelle Kontrolle auf Wölbungen oder ungewöhnliche Trübungen im Glas absolut notwendig, um jedes Risiko auszuschließen.
Zusätzliche Erhitzung vor dem Verzehr zum Schutz vor Toxinen
Um die letzte Unsicherheit bezüglich Botulinum-Neurotoxinen zu beseitigen, empfiehlt das Robert Koch Institut (RKI), kontaminierte Lebensmittel vor dem Verzehr mindestens 1 Minute bei über 85 °C zu erhitzen. Das BfR geht sogar noch weiter und rät, den Inhalt von Einweckgläsern direkt vor dem Verzehr auf 100 °C zu erhitzen, um Botulinum-Neurotoxine sicher zu inaktivieren. Dies ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme, da die Sporen von Clostridium botulinum die Einkochtemperaturen unter 100 °C überleben können.
Diese zusätzliche Erhitzung bietet eine wichtige Schutzschicht, selbst wenn Sie alle anderen Hygienemaßnahmen und Einkochtemperaturen eingehalten haben. Sie stellt sicher, dass eventuell vorhandene Toxine zerstört werden, bevor das Sauerkraut auf den Teller kommt.
Warum sollte man Sauerkraut überhaupt einkochen?
Die Entscheidung, Sauerkraut einzukochen, anstatt es nur zu fermentieren und frisch zu verzehren, hat mehrere praktische Gründe. Neben der Verlängerung der Haltbarkeit bietet das Einkochen zusätzliche Vorteile, die es zu einer attraktiven Option für die Vorratshaltung machen. Es sichert nicht nur die Verfügbarkeit, sondern schützt das Produkt auch vor unerwünschten Veränderungen.
Die Vorteile des Einkochens gegenüber nur fermentiertem Sauerkraut
Der Hauptvorteil des Einkochens von Sauerkraut liegt in der deutlichen Verlängerung der Haltbarkeit. Während frisch fermentiertes Sauerkraut im Kühlschrank nur einige Wochen bis Monate hält, kann eingekochtes Sauerkraut, wie bereits erwähnt, bis zu 2 Jahre gelagert werden. Dies macht es zu einer hervorragenden Methode, um saisonale Ernten das ganze Jahr über verfügbar zu machen. Eingekochtes Sauerkraut, das zuvor fermentiert wurde, schmeckt zudem fast wie gekauftes aus der Dose, was für viele eine vertraute und beliebte Geschmacksrichtung darstellt.
Allerdings muss beachtet werden, dass durch den Erhitzungsprozess beim Einkochen ein Großteil der gesundheitsfördernden Milchsäurebakterien abgetötet wird, die in nur fermentiertem Sauerkraut reichlich vorhanden sind. Wer also die probiotischen Vorteile des Sauerkrauts nutzen möchte, sollte auch einen Teil des Krauts nur fermentieren und frisch verzehren. Das Einkochen ist somit eine Ergänzung zur Fermentation, die primär der Konservierung und nicht der lebendigen Bakterienkulturen dient.
Wie das Einkochen unerwünschte Hefen verhindert
Ein weiterer wichtiger Grund für das Einkochen von Sauerkraut ist die Vorbeugung der Bildung von Kahmhefe. Kahmhefen sind harmlose, aber unerwünschte Hefen, die sich als weißer Film auf der Oberfläche von fermentiertem Gemüse bilden können, wenn es Sauerstoff ausgesetzt ist. Obwohl sie nicht gefährlich sind, können sie den Geschmack des Sauerkrauts negativ beeinflussen und sind optisch unschön. Das Einkochen des Sauerkrauts nach der Milchsäuregärung tötet diese Hefen ab und verhindert deren Wachstum in den luftdicht verschlossenen Gläsern.
Dies trägt zur Stabilität und Konsistenz des Produkts bei. Durch die Eliminierung der Hefen bleibt das Sauerkraut über lange Zeit frisch im Geschmack und in der Textur, ohne dass es zu unerwünschten Veränderungen kommt. Die Gläser bleiben sauber und appetitlich, was die Freude am selbstgemachten Vorrat zusätzlich steigert. Einmal eingekocht, lässt sich Ihr Sauerkraut vielseitig in der Küche verwenden. Sie können es als Beilage servieren oder in Eintöpfe und Aufläufe integrieren, um eine säuerliche Note zu erhalten.
Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zur Orientierung. Im Zweifel über die Sicherheit eines Lebensmittels oder einer Anlage folgen Sie den Empfehlungen der zuständigen Behörden oder ziehen Sie eine Fachkraft zurate.
FAQ
Sauerkraut einkochen: Wie lange ist es haltbar?
Kochendheißes Sauerkraut, das fest in saubere, heiße Gläser gefüllt und sofort gut verschlossen wurde, kann bis zu 2 Jahre lang aufbewahrt werden. Die Haltbarkeit hängt stark von der Einhaltung der Hygieneregeln und der richtigen Einkochtemperatur ab.
Ist das Einkochen von Sauerkraut im Backofen sicher?
Das Einkochen im Backofen ist für Sauerkraut nicht die bevorzugte oder sicherste Methode, da die Temperatur im Backofen selten über 100 °C hinausgeht und sich nicht präzise kontrollieren lässt. Für säurearme Lebensmittel wird vom BfR Druckeinkochen bei 121 °C empfohlen, was im Backofen unmöglich ist. Verwenden Sie für optimale Sicherheit und Kontrolle besser einen Einkochautomaten oder ein Wasserbad.
Muss fermentiertes Sauerkraut vor dem Einkochen gekocht werden?
Das Sauerkraut muss nicht zwingend vor dem Einkochen gekocht werden, wenn es bereits milchsauer fermentiert wurde. Das Einkochen selbst ist der Erhitzungsschritt, der das Kraut haltbar macht und unerwünschte Mikroorganismen abtötet. Das Fermentieren ist der entscheidende Schritt, der den Geschmack und die Sicherheit durch die Senkung des pH-Wertes verbessert. Da Sauerkraut durch die Fermentation einen sauren pH-Wert (unter 4,6) erhält, sind die vom BfR empfohlenen strengeren Methoden wie Druckeinkochen bei 121 °C oder zweimaliges Einkochen bei 100 °C, die für säurearme Lebensmittel gelten, für fermentiertes Sauerkraut nicht primär zur Botulismusprävention notwendig.
Was tun bei „Bombagen“ an den Einmachgläsern?
Aufgetriebene Konserven, sogenannte „Bombagen“, müssen unbedingt entsorgt werden. Sie sind ein deutliches Anzeichen für die Aktivität von gasbildenden Clostridien, die gefährliche Toxine produzieren können, einschließlich Clostridium botulinum. Öffnen Sie solche Gläser nicht, sondern entsorgen Sie sie umgehend und sicher, ohne den Inhalt zu probieren.
Kann ich rohes, nicht fermentiertes Sauerkraut einkochen?
Sie können rohen Kohl einkochen, um ihn haltbar zu machen, doch entspricht das Ergebnis nicht dem klassischen Sauerkraut und birgt höhere Risiken, wenn es nicht korrekt gehandhabt wird. Ohne die milchsaure Fermentation ist der Kohl ein säurearmes Lebensmittel. Laut BfR erfordern säurearme Lebensmittel für die Abtötung von Clostridium botulinum-Sporen eine Drucksterilisation bei 121 °C. Alternativ ist eine zweimalige Erhitzung auf 100 °C im Abstand von 1-2 Tagen notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Quellen
Informationen anhand der folgenden Quellen geprüft:
- bfr.bund.de





