Kimchi selber machen: Diese kleinen Fehler beim Salzen habe ich am Anfang gemacht

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Am vergangenen Sonntag wurde im Rahmen eines kleinen Küchenexperiments Chinakohl für Kimchi gesalzen. Nach etwa zwei Stunden zeigte sich, dass das Ergebnis deutlich zu salzig war – ein häufiger Fehler bei ersten Versuchen. Es wurde festgestellt, dass das Salz sehr großzügig und ungleichmäßig verteilt worden war. Das Resultat: Der Kohl war kaum schmackhaft. Im Folgenden wird dargestellt, welche Aspekte beim Salzen von Kimchi beachtet werden sollten und welche Fehler sich vermeiden lassen.

Geruchsentwicklung und geeignete Umgebung für die Fermentation

Während der Fermentation von Kimchi entstehen oft intensive Gerüche. In Wohnungen ohne ausreichend belüftete Lagerräume kann dies zu Unannehmlichkeiten führen.

Typische Ursachen für Gerüche

  • Während des Gärprozesses setzen Milchsäurebakterien Gase frei.
  • Zutaten wie Chinakohl, Knoblauch und Fischsauce tragen maßgeblich zur Geruchsbildung bei.
  • Nicht vollständig verschlossene Gläser oder zu hohe Lagertemperaturen verstärken die Geruchsentwicklung.

Praktische Hinweise zur Geruchsminimierung

  • Fermentationsgläser können in einem gut belüfteten Kellerraum oder in einem separaten Küchenschrank mit Aktivkohlefilter abgestellt werden.
  • Deckel sollten nur locker aufgelegt werden, um Gas entweichen zu lassen.
  • Falls kein Keller vorhanden ist: Eine Lagerung in Fensternähe oder in einem regelmäßig gelüfteten Badezimmer kann vorteilhaft sein.
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Salz: Auswahl, Kosten und Genauigkeit

Salz beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern trägt auch zur Haltbarkeit und mikrobiologischen Sicherheit bei. Die Wahl des Salzes und die Dosierung sind relevante Faktoren.

Empfohlene Salzsorten

  • Unjodiertes, unbehandeltes Meersalz ist geeignet, um die Aktivität der Milchsäurebakterien nicht zu beeinträchtigen.
  • Koreanisches Meersalz mit grober Körnung gilt als besonders authentisch, ist jedoch nicht immer leicht erhältlich.
  • Klassisches Tafelsalz mit Zusätzen wie Jod oder Fluor kann den Fermentationsprozess verändern.

Kosten und Zubehör

  • Der Preis für hochwertiges Salz liegt typischerweise zwischen 4 und 8 Euro pro Kilogramm.
  • Für etwa 2 kg Chinakohl werden meist 60 bis 100 Gramm Salz verwendet, entsprechend circa 0,3 bis 0,8 Euro je Ansatz.
  • Eine präzise Küchenwaage (ab etwa 20 Euro) sowie ggf. ein Refraktometer oder TDS-Messgerät (je 25 bis 50 Euro) unterstützen beim Abwiegen und Prüfen des Salzgehalts.

Häufige Fehlerquellen beim Salzen und Fermentieren

Fehler beim Salzen lassen sich oft durch genaue Dosierung und Verteilung vermeiden. In der Praxis treten bestimmte Schwierigkeiten regelmäßig auf.

Typische Fehler

  • Eine Überdosierung an Salz kann die Fermentation hemmen und den Geschmack negativ beeinflussen.
  • Wird das Salz nicht gleichmäßig verteilt, können im Endprodukt weiche oder bittere Stellen entstehen.
  • Jodiertes oder mit Fluor versetztes Salz kann unerwünschte Geschmacksnoten hervorrufen und die Haltbarkeit beeinflussen.
  • Fest verschlossene Gläser führen gelegentlich zu Überdruck und bergen ein gewisses Risiko.

Möglichkeiten zur Fehlervermeidung

  • Das Abwiegen der Salzmenge auf 2 bis 2,5 % des Gemüsegewichts ist empfehlenswert.
  • Das Salz sollte nach und nach in die Blatträume des Kohls eingebracht und sanft einmassiert werden.
  • Der Salzgehalt kann bei Bedarf mit einem Handrefraktometer überprüft werden.
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Technische Empfehlungen für die Herstellung von Kimchi

Eine sorgfältige Handhabung unterstützt ein sicheres und schmackhaftes Ergebnis.

Salzgehalt und Fermentationsdauer

  • Kimchi fermentiert meist für mindestens drei Tage bei Zimmertemperatur. Anschließend wird das Glas zur weiteren Reifung gekühlt gelagert.
  • Für 1 kg Chinakohl empfiehlt sich eine Salzmenge von 20 bis 25 Gramm (2 bis 2,5 %).
  • Das Einmachglas sollte nie ganz befüllt werden; ein Abstand von drei bis fünf Zentimetern zum Rand lässt Platz für Gase.

Zutaten und Alternativen

  • Gochugaru, koreanische Chiliflocken, tragen zur typischen Würze bei.
  • Chinakohl kann bei Bedarf durch Wirsing, Spitzkohl oder Weißkohl ersetzt werden. Die Konsistenz und der Geschmack verändern sich dann entsprechend.
  • Die klassische Paste enthält meist Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Rettich, Karotte, Nashi-Birne, etwas Fisch- oder Sojasauce sowie Reismehl.

Kimchi: Was in Online-Anleitungen oft unerwähnt bleibt

Im Internet finden sich zahlreiche vereinfachte Anleitungen zur Kimchi-Fermentation. Einige wichtige Aspekte werden dabei nicht immer ausreichend berücksichtigt.

Verbreitete Annahmen

  • Häufig wird angenommen, jede Salzart eigne sich gleichermaßen für Kimchi.
  • Es wird selten auf die Bedeutung der Räumlichkeiten für die Fermentation hingewiesen.
  • Die genaue Dosierung des Salzes wird oftmals als weniger relevant dargestellt.

Aspekte, die im deutschsprachigen Raum zu beachten sind

  • Fermentation geht in der Regel mit deutlichen Gerüchen einher – vor allem in Wohnungen ohne separate Lagermöglichkeiten.
  • Salzkosten, Qualität und technisches Zubehör können, je nach Anspruch, eine größere Bedeutung gewinnen.
  • Unsachgemäße Salzverwendung kann die mikrobiologische Sicherheit des Endprodukts beeinträchtigen.
Kriterium Koreanisches Meersalz Unjodiertes Meersalz (Europa) Klassisches Tafelsalz
Körnung grob, unraffiniert mittel bis grob fein, verarbeitet
Verfügbarkeit (DACH) begrenzt, meist online oder im Asiamarkt gut, teilweise im Bio- oder Fachhandel in der Regel überall erhältlich
Preis pro kg 6–12 € 4–8 € 0,30–1,50 €
Fermentationsergebnis ausgewogen, typischer Geschmack neutral, solide Ergebnisse ggf. erhöhtes Risiko für Fehlgärungen
Lagerempfehlung kühl, ggf. Luftfilter nutzen kühl, Lüftung sinnvoll kühl lagern, Deckel locker verschließen

Häufig gestellte Fragen

Wie lange sollte Kimchi fermentieren?

In der Regel empfiehlt sich eine Fermentation bei Zimmertemperatur über mindestens drei Tage. Danach kann das Kimchi im Kühlschrank gelagert werden, wo es in der Regel mehrere Monate haltbar bleibt.

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Welches Salz ist für Kimchi besonders geeignet?

Für Kimchi werden meist grobkörnige, unjodierte Meersalze empfohlen. Koreanisches Salz gilt als authentisch, jedoch können auch hochwertige europäische Produkte ohne Zusätze verwendet werden.

Lassen sich auch andere Kohlsorten verwenden?

Alternativ zum Chinakohl können Wirsing, Weißkohl oder Spitzkohl verarbeitet werden. Geschmack und Konsistenz weichen dann je nach Sorte leicht ab.

Wie merkt man, wenn Kimchi verdorben ist?

Hinweise auf Verderb können ein auffällig fauliger Geruch, schleimige Oberflächen oder weißer Belag sein (mit Ausnahme von harmloser Kahmhefe). Die Lake sollte insgesamt klar bis rötlich sein.

Welche Fehler lassen sich beim Kimchi vermeiden?

Hauptsächlich sind zu viel oder ungeeignetes Salz, ungleichmäßige Salzverteilung, fest verschlossene Behältnisse und ungeeignete Lagerung kritisch. Es empfiehlt sich, diese Punkte besonders zu beachten.

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