Am vergangenen Sonntag wurde ein Ansatz für Kimchi im Schraubglas vorbereitet. Dabei kamen 1,5 Liter Wasser, zwei Esslöffel Salz und ein Teelöffel Zucker in das Glas. Nach etwa drei Tagen zeigte sich, dass die Flüssigkeit zu sauer und schäumend wurde. Als Ursache erwies sich, dass das Glas zu voll befüllt war. Seitdem wird darauf geachtet, das Glas nicht ganz zu füllen und das Gemüse sorgfältig einzupacken. Es folgt eine Zusammenstellung von Hinweisen zur einfachen und meist gelingenden Zubereitung von Kimchi im Schraubglas.
Typische Herausforderungen bei der Kimchi-Fermentation im Schraubglas
Viele Anleitungen vermitteln den Eindruck, Kimchi lasse sich unkompliziert im Schraubglas herstellen. In der Praxis treten oft Schwierigkeiten auf, insbesondere, wenn wenig Erfahrung mit der Fermentation vorhanden ist.
Häufige Fehlerquellen
- Wird das Glas zu voll befüllt, kann es zu Überdruck und starker Säurebildung kommen.
- Unterbleibt das tägliche Öffnen zur Druckentlastung („Burping“), steigt die Wahrscheinlichkeit für Schimmelbildung oder Fehlgerüche durch Sauerstoffkontakt.
- Ausgeprägte Bläschenbildung – ein Hinweis auf aktive Gärung – wird selten wahrgenommen.
Risiken im Vergleich zu klassischen Gärgefäßen
- Im Schraubglas besteht ein erhöhtes Risiko für Sauerstoffeintritt und schnellen Verderb, falls nicht regelmäßig geöffnet wird.
- Gärtopf oder Fermentationsgefäße mit Ventil ermöglichen das Entweichen von Gärgasen und senken diese Risiken deutlich.

Verborgene Aufwände und Kosten beim Kimchi-Selbermachen
Selbst zubereitetes Kimchi erscheint oft günstig, doch Aufwand und Kosten werden im Alltag leicht unterschätzt. Vor allem in Deutschland gibt es einige Besonderheiten zu beachten.
Zutaten: Preis und Verfügbarkeit
- Chiliflocken koreanischer Sorte (Gochugaru) sind meist nur in asiatischen Fachgeschäften erhältlich und variieren preislich stark.
- Unjodiertes Meersalz und Fischsauce aus hochwertigen Quellen sind teurer als einfache Salzvarianten.
Haltbarkeit: Erwartungen und Realität
- Laut traditioneller Rezepte beträgt die Haltbarkeit häufig zwei Wochen. In der Praxis kann Kimchi je nach Kühlschranktemperatur und Handhabung vorher verderben.
- Tägliches Öffnen und Sichtkontrolle auf Schimmel sind empfehlenswert, aber insbesondere bei größeren Mengen zeitaufwändig.
Die Wissenschaft der Milchsäuregärung
Bei der Kimchi-Fermentation spielen Milchsäurebakterien eine zentrale Rolle. Wer die Abläufe versteht, kann Aroma und Haltbarkeit besser steuern.
Indikatoren für einen erfolgreichen Verlauf
- Blasenbildung ist ein typisches Zeichen für lebendige Mikroorganismen und fortschreitende Fermentation.
- Ein digitales Redox-Messgerät liefert Orientierung. Werte unter +200 mV weisen meist auf eine gelungene Milchsäuregärung hin.
Wann gilt Kimchi als fertig?
- Zur Prüfung empfiehlt sich ein Geschmackstest: Deutlich säuerliches Aroma zeigt, dass die gewünschte Fermentation erreicht wurde. Dann sollte das Kimchi kühl gelagert werden.
- Wird das Glas zu früh fest verschlossen oder lange bei Zimmertemperatur unbeaufsichtigt stehen gelassen, steigt das Risiko für Verderb.

Über verbreitete Annahmen und Missverständnisse beim Kimchi im Schraubglas
In vielen Ratgebern finden sich Empfehlungen, die sich im Alltag nicht immer bewähren.
Blanchieren oder roh einlegen?
- Blanchierter Chinakohl fermentiert in der Regel schneller und bleibt weicher. Traditionell wird der Kohl jedoch roh verwendet, was mehr Aufmerksamkeit beim Fermentationsverlauf erfordern kann.
Fermentationsdauer: Zwei Wochen als Richtwert?
- Die benötigte Zeit hängt von Raumtemperatur, Salzmenge, Gemüse und Gefäßgröße ab. In der Regel beginnt die Milchsäuregärung schon nach einigen Stunden und entfaltet nach mehreren Tagen ihr volles Aroma.
Empfehlungen für Kimchi aus dem Schraubglas
Mit einigen Maßnahmen lässt sich die Zubereitung zu Hause erleichtern und die Erfolgschance erhöhen.
Schritte für den Alltag
- Das Glas sollte maximal zu vier Fünfteln gefüllt werden, damit sich entstehende Gase sammeln können.
- Kimchi fest in das Glas drücken, sodass möglichst wenig Luft eingeschlossen wird.
- Tägliches kurzes Öffnen zur Gasabgabe und Kontrolle mit einem sauberen Löffel ist vorteilhaft.
- Mit kleinen Mengen beginnen, um bei ersten Ansätzen eventuelle Fehler leichter zu erkennen.
Zutaten und Hilfsmittel
- Als Alternative zu Chinakohl eignen sich auch heimische Sorten wie Spitzkohl oder Pak Choi, sofern verfügbar.
- Unjodiertes Meersalz ist bevorzugt, da Jod das Wachstum von Milchsäurebakterien hemmen kann.
| Kriterium | Schraubglas | Gärtopf/Spezial-Fermenter |
|---|---|---|
| Überwachungsaufwand | Tägliches Öffnen empfohlen | Automatische Gasabgabe durch Ventil oder Wasserrinne |
| Schimmelrisiko | Erhöht, besonders wenn zu voll | Gering, wenn sachgerecht verwendet |
| Kosten für Zubehör | Niedrig (meist vorhandene Gläser) | Höher (spezielles Gefäß erforderlich) |
| Fermentationskontrolle | Sichtkontrolle, ggf. Redox-Messung | Stabilere Bedingungen durch Wasserschleuse |
| Füllmenge | Meist kleine Portionen | Für größere Mengen geeignet |
| Alltagstauglichkeit | Praktisch für Einsteiger, geringerer Platzbedarf | Für größere Haushalte und Enthusiasten |
Häufig gestellte Fragen
Wie lange sollte Kimchi fermentiert werden?
Kimchi fermentiert im Regelfall vier bis zehn Tage bei Zimmertemperatur. Danach empfiehlt sich eine Lagerung im Kühlschrank. Es sollte innerhalb von etwa zwei Wochen verbraucht werden. Die genaue Dauer hängt von Temperatur, Salzgehalt und verwendeter Gemüsesorte ab.
Warum entwickelt Kimchi manchmal keine Säure?
Mögliche Ursachen sind eine zu niedrige Umgebungstemperatur, ein zu hoher Salzgehalt, geringe Bakterienaktivität oder zu häufiges Öffnen des Gefäßes. Ein Redox-Messgerät kann beim Überwachen der Milchsäuregärung helfen.
Wie scharf ist Kimchi normalerweise?
Die Schärfe lässt sich durch Menge und Sorte des verwendeten Chilipulvers anpassen. In traditionellen Varianten schmeckt Kimchi meist würzig bis scharf, lässt sich aber auch milder zubereiten.
Welche Gläser eignen sich zur Fermentation?
Entscheidend ist, dass mindestens ein Fünftel Raum bis zum Glasrand frei bleibt. Größere Gläser erleichtern das Entweichen von Gärgase und verringern das Risiko für Überlauf und Schimmelbildung.
Kann Pak Choi für Kimchi genutzt werden?
Pak Choi eignet sich als Alternative zu Chinakohl. Das Aroma ist meist milder und leicht senfig. Der Biss bleibt beim Fermentieren erhalten.





